Mit Auge, Ohr und Smartphone auf Kunsttour in Neu-Ulm

Zum Stadtjubiläum gibt es vom Edwin Scharff Museum einen digitalen Guide zur Kunst im öffentlichen Raum

Zwei Frauen stehen an der Brunnenstele auf dem Neu-Ulmer Rathausplatz und scannen mit einem Smartphone den dort angebrachten QR-Code

Über das Scannen des QR-Codes gelangt man zur Website der Kunsttour. (Foto: Nik Schölzel)


Ob man unterwegs ist, auf dem Smartphone sucht oder zuhause vor dem Computer sitzt: Ein digitaler Kunst-Guide, ein neues städtisches Format in Neu-Ulm, soll den Weg zu und das Verständnis für Kunst im öffentlichen Raum eröffnen.

Im Zentrum Neu-Ulms finden sich viele Skulpturen verschiedenster Künstler, vor allem am Donauufer und im zentralen Bereich der Stadt. Häufig haben die Skulpturen in Neu-Ulm sogar eine ausgesprochen prägende Rolle für das Stadtbild, wie etwa die „Männer im Boot“ des in Neu-Ulm geborenen Bildhauers Edwin Scharff oder – als Gesamtkunstwerk – die Pfarrkirche St. Johann Baptist. Auch wenn Kunstwerke noch so einzigartig und schon allein durch ihre Positionierung auffallen: Man gewöhnt sich daran und nimmt sie zum Teil gar nicht mehr als Kunst wahr oder hat sie zumindest schon länger nicht mehr angesehen.

Das möchte das Edwin Scharff Museum zum Stadtjubiläum mit der „Kunsttour“ ändern. Drei Touren, die in einer kleinen Broschüre im Handy-Format vorgestellt und über die aufwändige und schön bebilderte Website www.kunsttour-neu-ulm.de erschlossen werden, sollen Impulse für die bildende Kunst im Stadtraum setzen und den Blick für das Vorhandene schärfen.

Zunächst wurden 32 Kunstwerke, Orte und Architekturen zu thematisch passenden Touren zusammengefasst. Auf den Touren mit den Titeln „Donauabwärts“, „Entfestigung“ und „Mittelpunkte“ erfahren Interessierte Grundlegendes zu den Objekten. An den Kunstwerken wurden QR-Codes angebracht, die man scannen kann. Dann landet der Nutzer auf einer neuen Website, die Informationen zu den Kunstwerken, den Objekten und den Künstlern liefert.

Museumsleiterin Dr. Helga Gutbrod verantwortet das Projekt und die Redaktion der Seite. Der auf Kunst im öffentlichen Raum spezialisierte Kunsthistoriker Dr. Johannes Stahl entwickelte das Format und schrieb die Texte. Gemeinsam mit Fachbereichsleiter Ralph Seiffert wurde der neue Zugang zu Neu-Ulms Kunst in der Stadt vor dem Rathaus unter den „Männern im Boot“ vorgestellt. Nun ist es an den Neu-Ulmern und Ulmern, die Kunst-Stadt Neu-Ulm neu zu entdecken. Ganz nach dem Motto des Jubiläumsjahres „Wir leben neu“.

INFO:
Die Neu-Ulmer Kunsttour ist über folgende Seiten abrufbar: www.kunsttour-neu-ulm.de sowie www.edwinscharffmuseum.de